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NEWS

Veröffentlichung | 11.12.2017

Ärztliche Versorgung auf dem Land: Karl-Horst Hinzen sucht einen Nachfolger.
Damit dieser in den kommenden Jahren gefunden wird, ist Hinzen in das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Rur eingetreten.

Foto: Anne Welkener

Langerwehe. Knapp drei Jahrzehnte ist Karl-Horst Hinzen Hausarzt in seiner Praxis in Langerwehe. In dem gelben Haus am Zehnthofweg lebt und arbeitet der 64-Jährige – mindestens noch drei Jahre lang. Dann wird die Adresse nur noch seine private sein, und die Praxisräume übernimmt bestenfalls ein Nachfolger.

Damit dieser in den kommenden Jahren gefunden wird, ist Hinzen in das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Rur eingetreten. Die gemeinnützige GmbH wurde 2014 vom Krankenhaus Düren gegründet. Neben dem Standort an der Dürener Tivolistraße, an dem Fachärzte tätig sind, gibt es seit Oktober auch zwei Außenstellen. Eine davon in Langerwehe.

Was bedeutet das für den Allgemeinmediziner? „Ich habe meine Selbstständigkeit aufgegeben und bin jetzt Angestellter. Die Praxis ist nun eine Betriebsstätte des MVZ“, erklärt Hinzen. Nach außen hin habe sich nichts geändert, aber die geschäftsführende Verantwortung für Finanzen und seine drei Mitarbeiter liege nun beim MVZ. „Darüber bin ich sehr erleichtert“, sagt Hinzen offen.

Ihn hatte an dieser Lösung aber nicht nur gereizt, die Verantwortung abgeben zu können, sondern auch die Aussicht, den Praxisstandort in Langerwehe zu erhalten. Vergebens hatte er sich um eine Nachfolge bemüht, war auf dem Praxismarkt der Kassenärztlichen Vereinigung in Düsseldorf nicht fündig geworden, und auch eine Nachfrage beim Krankenhaus hatte keine Interessenten zutage gebracht.

„Ich war nicht deprimiert deswegen, ich bin nicht traurig um mein Lebenswerk. Ich habe meinen Dienst getan. Das muss man nicht überhöhen“, unterstreicht Hinzen.

Trotzdem hielte er es für bedauerlich, wenn sich niemand fände. Deshalb hat er nun vereinbart, noch mindestens drei Jahre beim MVZ angestellt zu sein. In dieser Zeit wird das Krankenhaus Düren junge Ärzte in die Praxis hineinschnuppern lassen, damit sie den Alltag als Hausarzt näher kennenlernen können.

Viele Faktoren spielen eine Rolle

„Wir werden die drei Jahre nutzen, um eine Nachfolgeregelung zu finden“, betonte auch Krankenhaussprecher und Geschäftsleitungsmitglied Christoph Lammertz. Bezüglich der Investition, welche die MVZ Rur GmbH getätigt hat, um Hinzen die Praxis abzukaufen, möchte Lammertz weder eine Summe noch eine Dimension nennen.

Dr. Wolfgang Deiters von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein erklärt, dass bei den Preisverhandlungen einer Praxisübernahme mehrere Faktoren eine Rolle spielen: Beim Patientenstamm komme es einerseits auf die Anzahl an, andererseits darauf, wie viele Privatpatienten unter ihnen sind. Zusätzlich fallen die Praxisräume mit Einrichtung und medizinischer Ausstattung sowie die kassenärztliche Zulassung ins Gewicht.

Um einen groben Vergleichswert zu haben, sagt Deiters: „Sechsstellig wird es schnell, und dann kommen die Investitionen für neue Geräte hinzu.“ Für eine relativ kleine Praxis in einem Dürener Vorort müsse man mit 100.000 Euro rechnen.

Wie amortisiert sich das für das gemeinnützige MVZ? Lammertz: „So wie für Herrn Hinzen vorher auch. Wenn er die Praxis rentabel betrieben hat, tun wir das auch.“ Im Vorhinein hätten alle Zahlen auf dem Tisch gelegen, und das finanzielle Risiko sei abgeschätzt worden, so Lammertz. „Wir sehen in der Praxis Entwicklungspotenzial und können uns vorstellen, sie etwas größer aufzustellen.“Karl-Horst Hinzen würde, wenn er heute noch einmal am Anfang seiner Hausarztlaufbahn stünde, direkt den Weg zu einem MVZ wählen. „Man ist dann zwar abhängig, aber nicht gebunden, hat mehr Gestaltungsmöglichkeiten und Flexibilität zum Beispiel können sich zwei Ärzte eine Stelle teilen. Man trägt aber weniger Verantwortung als in der eigenen Praxis.“ An seiner Fachrichtung würde er uneingeschränkt festhalten: „Das ist die ärztliche Tätigkeit, die mir am meisten Spaß macht. Sie ist facettenreich, umfassend, und in einer Praxis hat man guten Kontakt zu den Patienten.“



Von: Anne Welkener

http://www.aachener-zeitung.de/lokales/dueren/aerztliche-versorgung-auf-dem-land-karl-horst-hinzen-sucht-einen-nachfolger-1.1781016



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