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NEWS

Veröffentlichung | 08.01.2018

Die einstĂŒrzgefĂ€hrdete Ruine der Harff‘schen Burg soll gesichert werden.
Die Ruine der Harff‘schen Burg wĂ€re „eine faszinierende Kulisse fĂŒr Konzerte“

Foto:Wikipedia

NÖRVENICH. Die DĂ€cher sind schon vor vielen Jahrzehnten eingestĂŒrzt, die Fensteröffnungen nur provisorisch mit Balken gesichert, aus dem Mauerwerk wachsen lĂ€ngst BĂ€ume. Nur der Wetterhahn auf der Spitze des noch weitgehend intakten Treppenturms wacht noch ĂŒber die Ruine der seit 1880 unbewohnten Harff‘schen Burg, unmittelbar an der Neffelbachaue am Nörvenicher Friedhof gelegen.

Der Verfall ist greifbar. „Jeden Monat sammeln die EigentĂŒmer des Trompeterhofes, auf dessen GelĂ€nde die Burg steht, eimerweise Backsteine auf, die sich aus dem Mauerwerk gelöst haben“, berichtet BĂŒrgermeister Dr. Timo Czech (CDU). Wenn nichts passiert, stĂŒrzt der spĂ€tgotische Bau irgendwann in sich zusammen. „Es ist fĂŒnf vor zwölf“, betont Czech. Doch so weit will es der BĂŒrgermeister nicht kommen lassen.

Er will die „faszinierende Kulisse am Übergang zwischen Ort und Wald“ unbedingt fĂŒr die Nachwelt erhalten und konnte auch bereits die NRW-Denkmalschutzbehörden fĂŒr das Ansinnen gewinnen. Ein erster Förderbescheid in Höhe von 12.000 Euro erreichte Mitte Dezember das Rathaus. „Auf den ersten Blick nur ein kleiner Betrag“, aber ein wichtiger Einstieg“, betont Czech. Die vollstĂ€ndige Sicherung der Anlage wĂŒrde nach ersten Berechnungen von Ingenieuren rund 1,7 Millionen Euro kosten, erklĂ€rt Czech, und könnte vom Land mit bis zu 90 Prozent bezuschusst werden.

Trotzdem mĂŒssten die privaten EigentĂŒmer immer noch eine stattliche Summe aufbringen. „Wir mĂŒssen schauen, inwieweit wir als Gemeinde helfen können“, sagt Czech daher. Auf jeden Fall ist es ein langwieriges Unterfangen. Bis die Ruine wieder gefahrfrei begangen werden kann, werden sicherlich bis zu zehn Jahre vergehen, will Czech keine ĂŒbertriebenen Hoffnungen wecken. Dann aber kann er sich die Burgruine auch als ideale Kulisse fĂŒr Musikkonzerte und TheaterauffĂŒhrungen vorstellen. Und wenn im Rahmen des Masterplans auch das Wanderwegenetz in der Neffelbachaue ausgebaut wird, soll die Harff‘sche Burg angebunden werden. „Die Sicherung der Burganlage fĂŒr die Nachwelt wĂŒrde Nörvenich deutlich aufwerten“, ist Czech ĂŒberzeugt. Daher will er nichts unversucht lassen, weitere Fördergelder bei Land und Bund loszueisen.



IM JAHRE 1565 ERBAUT, SEIT 1880 UNBEWOHNT

Die Geschichte der Harff‘schen Burg reicht bis ins frĂŒhe 15. Jahrhundert zurĂŒck. Um 1400 erhielt Werner von Vlatten-Merode einen Hof in Nörvenich. Nach mehreren Hochzeiten kam das Areal Mitte des 16. Jahrhunderts in den Besitz der Adelsfamilie von Harff zu Geilenkicrhen, die um 1565 mit dem Bau der zweigeschossigen Burg begann. Sie bestand aus einem Rechteck mit Satteldach, einem Rundturm und einem gegenĂŒberliegenden Treppenturm.

Über Jahrhunderte blieben Burg und Hofanlage im Familienbesitz. Im 18. Jahrhundert wurde der heutige Trompeterhof errichtet, der seit Mitte der 1950er Jahre im Besitz der Familie Leunissen ist. Die Harff‘sche Burg ist seit 1880 unbewohnt. Seitdem verfĂ€llt sie.



DZ-Von: Jörg Abels

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