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NEWS

Veröffentlichung | 06.02.2018

Deponie in Horm wÀchst 30 Meter in die Höhe
Die Halde in Horm wird weiter wachsen. Einen Monat lang kann zwar noch gegen den Planfeststellungsbeschluss geklagt werden, aber mit einem Kippen des Projektes rechnet derzeit niemand.

Foto: Sarah Maria Berners



Horm. Die Deponie in Horm wird in die Höhe wachsen. Die Bezirksregierung hat einen Planfeststellungsbeschluss gefasst, damit darf die DĂŒrener Deponiegesellschaft ihre PlĂ€ne von einer Halde auf der Halde umsetzen. In den nĂ€chsten 18 bis 22 Jahren sollen weitere 3,7 Millionen Kubikmeter Sand, Bauschutt, Asphalt und Co. auf dem GelĂ€nde aufgeschĂŒttet werden.

Auf HausmĂŒll folgt Schutt: Die Deponiegeschichte

Die Deponie wurde 1973 in einem alten Erztagebau fĂŒr HausmĂŒll in Betrieb genommen. Eine Basisabdichtung war seinerzeit nicht vorgeschrieben.

1992 wurde eine Zwischenabdichtung errichtet, dort wurde 13 Jahre lang RestmĂŒll deponiert, dann wurde die MĂŒllverbrennung vorgeschrieben. Seit 2005 werden Bauschutt, Sande, Asphalt und Co. in Horm deponiert.

Rund um die Deponie gibt es Messstellen fĂŒr OberflĂ€chen-, Sicker-, und Grundwasser. In einer eigenen Anlage wird das Wasser von Deponiestoffen gereinigt, auch bergbaubedingt vorkommendes Arsen wird herausgefiltert. Der AltmĂŒllkörper ist nach Angaben des Kreises bereits sehr weit ausgewaschen.

Im Schnitt 50, maximal 80, Laster steuern die Deponie am Tag an. Diese Zahl soll unverÀndert bleiben.

Etwa 30 Meter soll die Deponie in die Höhe wachsen. FĂŒr manchen Anwohner keine erfreuliche Nachricht: Als die PlĂ€ne der Deponiegesellschaft 2015 bekannt wurden, waren zahlreiche Anlieger wĂŒtend. Sie hatten sich auf die Zeit nach der Deponie gefreut – ohne Lkw-Verkehr, piepsende Radlader, Staub und scheppernde Lkw-Klappen.

Millioneninvestition

Bei der Deponiegesellschaft (25,1 Prozent gehören dem Kreis DĂŒren, 74,9 der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein) laufen die Vorbereitungen bereits. Denn dem weiteren Betrieb der Deponie mĂŒssen umfangreiche Baumaßnahmen voran gehen. „Um den neuen rechtlichen Anforderungen zu genĂŒgen, muss die bestehende Deponie mit einem Deckel abgeschlossen werden, darauf wird dann das neue Material abgeladen“, erklĂ€rt Hans-Martin Steins, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Deponiegesellschaft und Dezernent beim Kreis DĂŒren.

Und weil ein „Deckel“ in der GrĂ¶ĂŸenordnung von knapp 200.000 Quadratmetern nicht mal eben aufgesetzt werden kann, sollen die Arbeiten in sechs bis sieben Abschnitten erfolgen. Der erste soll noch in diesem Jahr fertig werden. „ZunĂ€chst mĂŒssen wir das GelĂ€nde so gestalten, dass wir die Abdeckschicht einbauen können“, erklĂ€rt Steins.

Und diese Schicht sei recht komplex aufgebaut: ZunĂ€chst werde eine Drainageschicht geschaffen, aus der Gase abgeleitet werden können, darauf folgt eine Art „Abdeckfleece“, auf dem dann eine ein Meter dicke Tonschicht aufgebracht wird. Diese wird mit einer Kunststoffschicht ĂŒberzogen, es folgen eine weitere Drainage-Schicht fĂŒr Sickerwasser und eine Abschlussschicht. WĂ€hrenddessen kann weiterhin Schutt angeliefert werden.

„Wir sprechen von einer Millioneninvestition“, sagt er. Wie hoch genau die Kosten sein werden, sagt Steins nicht. Nur soviel: „Sie werden sich ĂŒber die kĂŒnftigen ErtrĂ€ge refinanzieren.“ Auch die ohnehin anfallenden Folgekosten, die die alte RestmĂŒlldeponie verursache, könnten durch den Weiterbetrieb refinanziert werden.

LĂ€rmschutz fĂŒr die Anwohner

Aber warum muss ĂŒberhaupt so viel investiert werden? Kann die Deponie nicht einfach betrieben werden wie bisher? „Gute Frage“, sagt Steins, „fachlich sehe ich keine zwingenden GrĂŒnde, schließlich gibt es schon eine Abdeckung, die in den 90ern eingebaut wurde.“

Die rechtlichen Anforderungen zum Beispiel an die Dicke eine Folie hĂ€tten sich jedoch geĂ€ndert. Und weil die Deponie auf der Deponie im Genehmigungsverfahren wie eine neue Deponie behandelt werde, mĂŒsste eben die neue Abdeckschicht her. Ein Vorteil ist, dass weniger Sickerwasser in den Teil der Deponie gelangt, der noch RestmĂŒll enthĂ€lt.

Und was ist mit den Bedenken der BĂŒrger? „Es sind viele GesprĂ€che gefĂŒhrt worden“, sagt Steins. Man habe sich mit den Anliegen intensiv befasst, die Themen Verkehr, Staub und LĂ€rm detailliert diskutiert, entsprechende Schutzmaßnahmen wĂŒrden getroffen.

„Ich glaube, dass wir viele Bedenken ausrĂ€umen konnten“, sagt Steins. Sehr intensiv sei man GerĂŒchten ĂŒber Erkrankungen frĂŒherer Mitarbeiter nachgegangen. „Unsere Recherchen haben aber keine Ergebnisse in dieser Richtung gebracht“, betont Steins.

Um die Deponie ranken sich viele Geschichten. GerĂŒchte sprechen von in Erztagebau entsorgten GiftfĂ€ssern. „Nachweisbar ist das nicht. Aber wir wissen auch nicht genau, was in den 70ern dort entsorgt wurde“, sagt Steins. UnabhĂ€ngig von den ZukunftsplĂ€nen sei das jedoch nicht zu Ă€ndern. Kontrollen des Grundwassers wĂŒrden unauffĂ€llige Werte zeigen.



AZ/AN von: Sarah Maria Berners

-http://www.aachener-zeitung.de/lokales/dueren/deponie-in-horm-waechst-30-meter-in-die-hoehe-1.1820794

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