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NEWS

Veröffentlichung | 22.02.2018

Auf Einladung des VIV-Vorsitzenden Dr. Stephan Kufferath erklÀrte Schulministerin Yvonne Gebauer die neue NRW-Schulpolitik.

Hambach/Kreis DĂŒren. Dr. Stephan Kufferath nickt zustimmend, als die neue NRW-Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer ankĂŒndigt, ein eigenstĂ€ndiges Unterrichtsfach Wirtschaft an allen weiterfĂŒhrenden Schulen etablieren zu wollen, beginnend an den Gymnasien.

Schließlich ist es genau das, was der Vorsitzende der Vereinigten IndustrieverbĂ€nde von DĂŒren, JĂŒlich, Euskirchen und Umgebung (VIV) seit vielen Jahren fordert, um wieder mehr junge Menschen fĂŒr eine klassische Ausbildung zu begeistern. Denn, und das bedauerte Kufferath zu Beginn der traditionell dem Thema Bildung gewidmeten VIV-Jahresanfangsveranstaltung auf Burg Obbendorf in Hambach: „Inzwischen ist die Zahl der StudienanfĂ€nger in Deutschland fast genauso groß wie die Zahl derjenigen, die eine berufliche Ausbildung beginnen.“

Kufferath rĂ€umte ein, dass es in Deutschland an Informatikern und Ingenieuren mangele, aber eben auch an „ArbeitskrĂ€ften der klassischen Ausbildungsberufe wie Elektroniker und Mechatroniker“, Tendenz steigend. Seit 2009 sei die Zahl derjenigen, die eine Berufsausbildung beginnen, kontinuierlich gesunken. Kufferath: „Eine alarmierenden Entwicklung.“

Yvonne Gebauer gab vor rund 200 GĂ€sten aus Wirtschaft und Schule einen Überblick ĂŒber die bildungspolitischen Ziele der schwarz-gelben Landesregierung. So will die FDP-Politikerin die bisherigen Rahmenbedingungen an den Schulen verbessern, Kernkompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen wieder mehr in den Mittelpunkt rĂŒcken, die Chancen der Digitalisierung nutzen und die Inklusion neu gestalten. „Das Ziel der Landesregierung ist es, beste Bildung fĂŒr alle Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen“, betonte die Ministerin.

Thema Lehrerversorgung

Dass aller Anfang schwer ist, zeigt ein Blick auf das Thema Lehrerversorgung. Mehr als 2000 Stellen waren zum Beginn des Schuljahres nicht besetzt, darunter 1000 im Grundschulbereich. Die BemĂŒhungen des Ministeriums, BewerberĂŒberhĂ€nge der LehramtsbefĂ€higung fĂŒr die Oberstufe in bestimmten FĂ€chern zu nutzen, um fehlende LehrkrĂ€fte an Grundschulen auszugleichen, hatten nur mĂ€ĂŸigen Erfolg.

2400 Lehrer und LehramtsanwĂ€rter wurden mit Anreizen angesprochen, nur 74 haben sich bislang bereiterklĂ€rt, fĂŒr zwei Jahren an eine Grundschule zu wechseln, rĂ€umte Yvonne Gebauer freimĂŒtig ein. Um die LĂŒcke bei der Lehrerversorgung langfristig zu schließen, kĂŒndigte die Ministerin eine Werbekampagne fĂŒr den Lehrerberuf an, die das Image und die WertschĂ€tzung des Berufs in den Mittelpunkt rĂŒcke. Der von Rot-GrĂŒn beschlossene Abbau von Lehrerstellen werde rĂŒckgĂ€ngig gemacht, kĂŒndigte die Ministerin an.

Nicht nur Niederziers BĂŒrgermeister Hermann Heuser (SPD) war erfreut zu hören, dass der Rechtschreibunterricht an den Grundschulen wieder verbindlicher werden soll, weg vom Prinzip „Schreiben nach Gehör“.

Yvonne Gebauer bekrĂ€ftigte noch einmal das Bekenntnis der Landesregierung zu einem flĂ€chendeckenden Förderschulangebot – „Als erste Maßnahme haben wir daher die MindestgrĂ¶ĂŸenverordnung außer Kraft gesetzt“ –, sie will aber auch den Weg der Inklusion weitergehen, und an allgemeinen Schulen die Rahmenbedingungen verbessern. AusgewĂ€hlte „Schwerpunktschulen“ sollen personell so ausgestattet werden, dass sie bei der Inklusion deutlich bessere Arbeit als bisher leisten können.



Von: Jörg Abels DZ

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