Termine

25.11.2018 | 18.00 Uhr
Treffen der BI Wind
in Weisweiler-H√ľcheln

29.11.2018 | 18.00 Uhr
Ausschuss f√ľr Bau- und Planungsangelegenheiten, 26. Sitzung
in Rathaus der Gemeinde Langerwehe 52379 Langerwehe Sitzungszimmer

13.12.2018 | 18.30 Uhr
Rat der Gemeinde Langerwehe, Sondersitzung
in B√ľrgerhaus Pier, 52379 langerwehe

28.11.2018 | 18.00 Uhr
Ausschuss f√ľr Kultur, Naherholung und Umweltangelegenheiten
in Rathaus der Gemeinde Langerwehe 52379 Langerwehe Sitzungszimmer

26.11.2018 | 18.00 Uhr
Haupt- und Finanzausschuss
in Rathaus der Gemeinde Langerwehe 52379 Langerwehe Sitzungszimmer

06.11.2018 | 18.00 Uhr
Indelandgesellschaft "Gemeinsam Raum gestalten",
in Inden;Restaurant am Indemann, Zum Indemann 1

Kontakt

FDP Ortsverbände

Langerwehe
Karl-Arnold-Straße 27
52379 Langerwehe

Telefon: 02423-3718
FAX: 02423-9099927
E-Mail:
rudi.frischmuth@t-online.de


Nörvenich
Oberstraße 17
52388 Nörvenich

Telefon: 02426-902206
FAX: 02426-902206
E-Mail:
ingola-schmitz@t-online.de


NEWS

Veröffentlichung | 26.10.2018

Dunkle Wolken √ľber der Braunkohle.
Wer soll das bezahlen?

Foto: markus j. feger

Kreise, Kreis D√ľren: In Bergheim haben am Mittwoch tausende RWE- Mitarbeiter gegen einen vorgezogenen Kohleausstieg protestiert. An diesem Wochenende versammeln sich Kohlegegner in D√ľren, um f√ľr den Erhalt des Hambacher Forsts ‚Äď ‚ÄěHambi bleibt‚Äú ‚Äď zu demonstrieren.

Die umstrittene Entscheidung des Oberverwaltung-Gerichts (OVG) M√ľnster, die Rodung des Waldst√ľckes vorl√§ufig auszusetzen, hat zu einer Polarisierung der Standpunkte beigetragen. RWE spricht in der Folge von nun ‚Äônotwendiger Produktionseinschr√§nkung und Arbeitsplatzabbau‚Äė.

Das Institut der deutschen Wirtschaft in K√∂ln (IW) hat in einer aktuellen Studie, im Auftrag des Bundesverbandes Braunkohle untersucht, welche Effekte ein beschleunigter Ausstieg aus der Braunkohleverstromung auf die Energiewirtschaft haben k√∂nnte. Dabei wurden nicht nur die Energiewirtschaft und die Braunkohle selbst, sondern auch die Konsequenzen f√ľr die Reviere analysiert:

‚ÄěDie Studie zeigt die Folgen des im Klimaschutzplan 2050 festgelegten und im Koalitionsvertrag best√§tigten nationalen 2030-Sektorziels f√ľr die Energiewirtschaft. Als Vergleichsma√üstab wird dabei die Situation vor Einf√ľhrung des Sektorziels, also eine reine Fortf√ľhrung des Emissionshandels ohne zus√§tzliche Ma√ünahmen, herangezogen. Dabei werden die unmittelbaren und mittelbaren Folgen des aus dem Sektorziel 2030 resultierenden beschleunigten R√ľckgangs der Braunkohleverstromung f√ľr die Volkswirtschaft und den Strukturwandel abgesch√§tzt.

Die Zahlen und Ergebnisse haben es in sich: Ein politisch forcierter, vorzeitiger Kohleausstieg kostet ‚Äď laut IW ‚Äď mindestens 100 Milliarden Euro. Dagegen nehmen sich die bis jetzt veranschlagten 1,5 Milliarden Euro der Bundesregierung ‚Äď als Sofortprogramm ‚Äď geradezu l√§cherlich aus.

Im Vergleich mit der, bereits durch den europ√§ischen Emissionshandel mit CO2-Zertifikate vorgegebenen Reduzierung der Stromerzeugung aus Braunkohle, w√ľrde ein durch zus√§tzliche nationale Ma√ünahmen beschleunigter R√ľckgang der Kohlenverstromung massive Zusatzkosten verursachen, errechnete das IW in seinem Gutachten. Im Zeitraum von 2020 bis 2040 verursache ein schneller Kohlenausstieg Mehrkosten in H√∂he von fast 100 Milliarden Euro. Diese Absch√§tzung ber√ľcksichtigte weder regionale Strukturbr√ľche, noch Versorgungsengp√§sse mit Stromausf√§llen oder Kosten durch verk√ľrzte Laufzeiten von Kraftwerken. Die Konsequenzen f√ľr die Arbeitspl√§tze in der Industrie, die unter steigenden Strompreisen leiden w√ľrde, k√§men noch hinzu, auch diese entstehenden Folgekosten wurden in der Studie nicht n√§her betrachtet.

Die Wirtschaftswissenschaftler sehen einen erfolgreichen Strukturwandel in den Braunkohlerevieren durch ein 2030-Sektorziel erheblich gefährdet:

‚ÄěDas 2030-Sektorziel f√ľr die Energiewirtschaft f√ľhrt zu einem erheblich schnelleren R√ľckgang der Braunkohleverstromung und einem deutlich vorgezogenen Arbeitsplatzabbau ‚Äď nicht nur in der Braunkohlewirtschaft, sondern auch in den Vorleistungsbranchen. Die Analyse der Strukturwandelvoraussetzungen in den einzelnen Revieren zeigt, dass kurzfristig keine Strukturen bestehen, die einen durch das Sektorziel-2030 verursachten abrupten Strukturwandel auffangen k√∂nnen. Die bestehenden Strukturen werden weder in Hinblick auf die Besch√§ftigung noch auf die Wertsch√∂pfung innerhalb der n√§chsten 10 Jahre einen Beitrag leisten k√∂nnen, der die heutigen Beitr√§ge der Braunkohlewirtschaft ersetzen kann.

Insbesondere im Mitteldeutschen Revier und mehr noch in der Lausitz habe die Braunkohlewirtschaft und damit mittelbar verbundene Branchen hohe Wertschöpfungs- und Beschäftigungsanteile in der Region, ohne dass es nennenswerte Alternativen gäbe. Selbst dort, wo andere Branchen Fachkräftebedarfe anmelden, sind in der Regel andere Qualifikationen gefragt.

In NRW sei zudem der Strukturwandel infolge des Ausstiegs aus dem Steinkohlebergbau noch nicht vollzogen. Hinzu k√§me dort, dass der Strukturwandel im Rheinischen Revier selbst wesentlich dadurch versch√§rft zu werden droht, dass die in der Nachbarschaft angesiedelte energieintensive Industrie durch, in der Folge des Kohleausstiegs, steigende Strompreise selbst in ihrer Wettbewerbsf√§higkeit beeintr√§chtigt w√ľrden.

Ein beschleunigter Ausstieg aus der Braunkohleverstromung wirke als zus√§tzliche Belastung eines ohnehin herausfordernden Entwicklungsprozesses in den Revieren. Strukturwandel braucht Zeit. Das zeigen Erfahrungen aus vergleichbaren Prozessen. Blaupausen f√ľr einen Strukturwandel, in dem die, durch einen verk√ľrzten Ausstieg, bewirkten zus√§tzlichen Wertsch√∂pfungs- und Arbeitsplatzverluste bis 2030 erfolgreich kompensiert werden k√∂nnten, liegen nicht vor. Damit drohen bei einem, durch das 2030-Ziel beschleunigten Kohleausstieg Strukturbr√ľche mit unabsehbaren Konsequenzen f√ľr die betroffenen Regionen und die dort arbeitenden und lebenden Menschen.

Gef√§hrdung von 72.000 Arbeitspl√§tzen: Die Braunkohlewirtschaft habe aufgrund ihrer Vorleistungsintensit√§t eine hohe Bedeutung f√ľr den Wirtschaftskreislauf und die Arbeitspl√§tze, vor allem in den Braunkohleregionen. Unmittelbar in der Braunkohlewirtschaft sind bundesweit fast 21.000 Personen besch√§ftigt. Ber√ľcksichtige man zus√§tzlich die Arbeitspl√§tze in den Vorleistungsbranchen und die durch die Konsumausgaben der Besch√§ftigten induzierten Effekte, resultieren hieraus √ľber 62.000 Besch√§ftigungsverh√§ltnisse, die direkt und indirekt an der Braunkohlewirtschaft h√§ngen. Diese Zahl erh√∂ht sich auf 72.000 Besch√§ftigte, wenn die Investitionen, die die Braunkohlewirtschaft t√§tigt, miteinbezogen werden. Schon bei dem in der Studie angenommenen Minderungspfad l√§ge die Zahl der Besch√§ftigten allein in der Braunkohlewirtschaft im Szenario mit einem Klimaschutzplan um fast 39.000 niedriger als ohne Sektorziel 2030. So f√ľhre ein nationales deutsches 2030-Sektorziel f√ľr die Energiewirtschaft bereits bis 2025 zu einer knappen Halbierung der Arbeitspl√§tze; bis 2030 w√§ren mehr als 2/3 der Arbeitspl√§tze verloren.

Von Christoph Pranter [cpm], Heimbach

cpm@eifelon.de





Diese Website ist Barrierefrei programmiert. Es ist möglich, dass sie einen Browser nutzen,
der diese Art der Programmierung nicht unterstützt. Bitte haben Sie Verständnis.
Wir empfehlen Ihnen die Nutzung des kostenlosen Browsers Firefox von Mozilla.