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NEWS

Veröffentlichung | 27.11.2018

Staatsanwalt vor Ort
JĂŒlich als Pilotprojekt der Strafverfolgung

Herzlich Willkommen: (v.r.) Christiane Fleischer (PrĂ€sidentin des Landgerichts Aachen), NRW-Justizminister Peter Biesenbach und der JĂŒlicher Amtsgerichtsdirektor Norbert Hillmann begrĂŒĂŸen Robert Bodden. Foto: Guido Jansen



JÜLICH Robert Bodden hat am Dienstagvormittag im JĂŒlicher Amtsgericht sehr viele HĂ€nde geschĂŒttelt. „Wir mĂŒssen uns mal zusammensetzen.“ Solche oder Ă€hnliche SĂ€tze hat der Mann dann sehr oft gesagt. Persönliche Kontakte: Genau deshalb ist Bodden jetzt der erste Staatsanwalt aus Aachen, dessen Schreibtisch nicht nur im Justizzentrum Aachen steht, sondern „vor Ort“.

„Staatsanwalt vor Ort“ heißt die Idee, die das NRW-Justizministerium verfolgt. Bodden ist der vierte Staatsanwalt in NRW, der „vor Ort“ arbeitet. Das JĂŒlicher Land ist sein ZustĂ€ndigkeitsgebiet. Am Dienstag wurde er vorgestellt, und Persönlichkeiten aus Justiz und Politik waren ins Amtsgericht gekommen. Deswegen der HĂ€ndeschĂŒttel-Marathon. „Ich habe mich innerhalb von wenigen Minuten dafĂŒr entschieden“, sagte Bodden.

Aktuell pendelt er zwischen Aachen und JĂŒlich, so lange, bis seine in Aachen laufenden FĂ€lle erledigt sind und die neu aufkommende Arbeit in JĂŒlich Überhand nimmt. Warum er sich dafĂŒr entschieden hat, ein „Gesicht der Justiz in JĂŒlich“ zu werden, wie Justizminister Peter Biesenbach (CDU) es formulierte, begrĂŒndet Bodden mit dem persönlichen Kontakt. 330 Kriminalbeamten gebe es alleine beim PolizeiprĂ€sidium Aachen. „Das kommt es selten vor, dass man in einem Jahr zweimal mit einem Ermittler zusammenarbeitet“, schilderte Bodden. Ein VertrauensverhĂ€ltnis aufzubauen sei so kaum möglich.

Jetzt sei sein ZustĂ€ndigkeitsbereich deutlich kleiner. „Deswegen habe ich vor, jeden Kriminalbeamten bei der Polizei hier persönlich kennenzulernen.“ Das helfe, FĂ€lle besser zu bearbeiten. Die NĂ€he zum Tatort sei fĂŒr den Staatsanwalt ein Vorteil. Bodden schilderte anonym den aktuellen Fall eines Obdachlosen, der aufgrund von psychotischen ZustĂ€nden zu Aggression neige und DiebstĂ€hle begehe. „Das waren bisher zehn Taten, die neun VorgĂ€nge bei der Staatsanwaltschaft ausgelöst haben, die von sechs verschiedenen Dezernenten bearbeitet wurden. Wenn das vor Ort alles in einer Hand ist und der Staatsanwalt die HintergrĂŒnde kennt, kann er ganz anders agieren.“

Weniger Kriminalbeamten und weniger FĂ€lle bedeuten aber nicht, dass der Staatsanwalt vor Ort weniger zu tun hat als seine Kollegen in Aachen. 500 bis 600 FĂ€lle aus dem JĂŒlicher Land bearbeite die Staatsanwaltschaft Aachen pro Jahr, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Hammerschlag erklĂ€rte. „Das sind in etwa so viele, wie ein Dezernat bearbeitet“, sagte Hammerschlag. Im Fall des JĂŒlicher Landes werden die FĂ€lle also nicht mehr alphabetisch in Aachen bearbeitet, sondern von dem Staatsanwalt vor Ort. „Wir wollen damit erreichen, dass die BĂŒrger sich von der Justiz wahrgenommen fĂŒhren“, sagte Hammerschlag.

Landrat Wolfgang Spelthahn begrĂŒĂŸte diesen Gedanken. Schließlich sei festzustellen, dass die AutoritĂ€t von Justizmitarbeitern immer hĂ€ufiger infrage gestellt werde. Eine engere Zusammenarbeit von Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht sei ein probates Mittel, dem entgegenzutreten.

Norbert Hillmann, der Direktor des JĂŒlicher Amtsgerichts, sagte, dass er zunĂ€chst erstaunt gewesen sei ob der Anfrage, in JĂŒlich einen Staatsanwalt anzusiedeln. „Wir sind hier kein KriminalitĂ€tsschwerpunkt“, betonte er. Er habe aber schnell den Vorteil erkannt, den ein Staatsanwalt vor Ort mitbringe.

Der Staatsanwalt fĂŒr das JĂŒlicher Land ist 41 Jahre alt, stammt aus dem Rhein-Erft-Kreis, hat an der Uni Köln Jura studiert und seit 2006 bei den Staatsanwaltschaften Aachen und Köln gearbeitet, unter anderem in den Bereichen allgemeine Strafsachen, WirtschaftskriminalitĂ€t sowie politisch motivierten Straftaten. „80 Prozent aller FĂ€lle im Bereich JĂŒlich stammen aus dem Bereich allgemeine Strafsachen und VerstĂ¶ĂŸe gegen das BetĂ€ubungsmittelgesetz“, sagte Bodden. Mit seiner Arbeit vor Ort erhofft er sich bessere Kontakte. Zwar sei weiterhin die Polizei der Ansprechpartner fĂŒr Strafanzeigen. „Aber wenn ein Schulrektor sich bei mir meldet und mich darauf hinweist, dass vor seiner Schule Drogen verkauft werden, kann ich sehr unmittelbar tĂ€tig werden“, nannte Bodden ein konstruiertes Beispiel. „Ich versprechen mir von solchen persönlichen Kontakten ein Verbessern der Strafverfolgung vor Ort.“

Der Staatsanwalt vor Ort in JĂŒlich gilt als Pilotprojekt. Das Justizministerium plant das Einrichten weiterer solcher Stellen. Im Januar beispielsweise in Essen.

(jan) JZ/JN

www.aachener-zeitung.de/lokales/juelich/staatsanwalt-vor-ort-im-juelicher-amtsgericht_aid-34747575



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