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NEWS

Veröffentlichung | 11.01.2020

WĂ€rme, die aus der Tiefe kommt.
FĂŒnf Millionen Euro fĂŒr „einzigartiges Projekt“ in Weisweiler
Standort fĂŒr die Forschung nach einer neuen Energiequelle: das Kraftwerk in Weisweiler.

ESCHWEILER. In Weisweiler wird ein „weltweit einzigartiges Pilotprojekt“ aufgezogen, weil es die Forschung an der Geothermie mit der Ausbildung neuer FachkrĂ€fte verbindet. Das sagt der Aachener Rolf Bracke. Er ist der Leiter des neuen Fraunhofer-Instituts, das zukunftsweisende Erkenntnisse ĂŒber die Möglichkeiten und Chancen von ErdwĂ€rme im Rheinischen Revier erlangen will.

Das Wissenschaftsministerium des Landes hat in der vergangenen Woche eine Mitteilung verschickt, in der der Kraftwerkstandort Weisweiler in wenigen SĂ€tzen erwĂ€hnt wird. Er sei ein wichtiger Standort, um zu erforschen, wie die klimafreundliche und schier unerschöpfliche ErdwĂ€rme kĂŒnftig als Energiequelle genutzt werden kann. Wichtig ist immer relativ – erst eine Nachfrage bei der forschenden Fraunhofer-Gesellschaft brachte die Erkenntnis: In Weisweiler wird ein „weltweit einzigartiges Pilotprojekt“ aufgezogen, weil es die Forschung mit der Ausbildung neuer FachkrĂ€fte verbindet. Das sagt der Aachener Rolf Bracke. Er ist der Leiter des neuen Fraunhofer-Instituts, das zukunftsweisende Erkenntnisse ĂŒber die Geothermie im Rheinischen Revier erlangen will. DafĂŒr werden in der ersten Projektphase fĂŒnf Millionen Euro in Weisweiler eingesetzt.

ZunĂ€chst entsteht in diesem Jahr ein sogenanntes Observatorium, also ein Labor. DafĂŒr wird das Kraftwerksareal mit Sensoren ausgestattet. „Wir werden den Untergrund studieren, um jede kleinste thermische VerĂ€nderung feststellen zu können“, sagt Rolf Bracke, denn der Kraftwerksbetrieb und die naheliegende Autobahn mit ihrem Verkehr haben Auswirkungen auf das, was unter der Erde passiert. „In der zweiten JahreshĂ€lfte beginnen wir mit dem Aufbau fĂŒr eine testweise Bohrung bis zu einer Tiefe von 1000 Metern.“

Neues Institut fĂŒr Georessourcen

Die Ergebnisse der Untersuchungen werden anschließend in Aachen analysiert. Parallel zu dem Projekt in Weisweiler entsteht in der Nachbarstadt ein Institut fĂŒr Georessourcen. Deswegen sind in der Startphase in Weisweiler nur zwei Leute beschĂ€ftigt.

Wie Rolf Bracke das Vorgehen weiter erklĂ€rt, soll Weisweiler mittelfristig das Zentrum des Pilotprojektes werden. Nördlich der A4 werden ein Forschungskraftwerk und eine neue AusbildungsstĂ€tte entstehen. Bracke nennt sie „geothermische Kraftwerksschule“. Denn wenn die Braunkohle kĂŒnftig an Bedeutung verliert, braucht es FachkrĂ€fte fĂŒr den Gewinn neuer Energiequellen. „Wir wollen die FernwĂ€rme, die aus der Braunkohle gewonnen wird, in FernwĂ€rme aus der Geothermie umwandeln“, sagt Bracke. Zur Mitte des Jahres erwartet der Institutsleiter die Entscheidung, wann die AusbildungsstĂ€tte errichtet werden soll. Das ist nicht zuletzt auch von der Förderung des Projekts abhĂ€ngig. Denn im Zuge der Verhandlungen ĂŒber Strukturförderungen aufgrund des Braunkohleausstiegs sei noch nicht klar, welche Projekte landes- und bundesweit zuerst gefördert und umgesetzt werden. Deswegen sei es noch reine Spekulation, wie viele FachkrĂ€fte jĂ€hrlich in Weisweiler ausgebildet wĂŒrden.

Die Umstellung auf die klimafreundlich und nachhaltig gewonnene geothermische Energie soll spĂ€testens 2030 abgeschlossen sein. Angedacht ist, mit ihr nicht nur die bisherigen Kunden in der Stadt zu versorgen, sondern auch Haushalte und Unternehmen in der gesamten Region. Dieses Ziel hatten Experten im Beisein von Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) im Februar 2019 bei einer großen Pressekonferenz zur Zukunft von Weisweiler in Sachen Geothermie ausgerufen. In diesem Zeitraum hat die Stadt auch das erste Mal von den Absichten gehört, wie Stadtsprecher RenĂ© Costantini mitteilt. „Es ist im Rahmen des Strukturwandels eine gute Chance fĂŒr die Stadt, wenn das Fraunhofer Institut in Eschweiler forscht.“

Internationale Unternehmen werden auf Eschweiler Gebiet an entsprechender Infrastruktur und Technologie forschen. Geothermie als Energiequelle muss schließlich wirtschaftlich rentabel sein. „Was in Weisweiler erforscht wird, soll auf der ganzen Welt umzusetzen sein“, betont Rolf Bracke. Und: „Wenn wir die Energienutzung zu einem sichtbaren Prozentsatz auf Geothermie umstellen, ist das eine große Chance fĂŒr die Region.“



https://www.aachener-zeitung.de/lokales/eschweiler/fuenf-millionen-euro-fuer-einzigartiges-projekt-in-weisweiler_aid-48212702

AZ/AN CARSTEN ROSE Redakteur



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